Es ist schon eine Weile her, seit ich das erste Mal von MagCloud erfahren habe. Der zu Hewlett-Packard gehörende Service bietet die Möglichkeit, eigene Magazine zu veröffentlichen - also ein auf Zeitschriften spezialisierter Print on demand-Service. Der Vorteil: MagCloud übernimmt neben dem Druck auch den kompletten Vertrieb der Zeitschriften. Ziemlich komfortabel also. Die Nachteile: MagCloud ist noch in der Private Beta-Phase und liefert nur in den USA aus. Außerdem müssen die Druckvorlagen selbst erstellt werden und als PDF übergeben werden, DTP-Kenntnisse sind also unerlässlich.
Trotzdem habe ich seitdem auf einen ähnlichen Service in Deutschland gewartet. Und siehe da: Da hat sich die Post (!) Gedanken gemacht und die Titelhelden auf den Markt geworfen. Im Gegensatz zu MagCloud bietet Titelhelden einen Online-Editor zum Erstellen der Druckvorlage. Die Bedienoberfläche ist intuitiv gehalten und erinnert ein wenig an die diversen Tools zum Erstellen von Fotobüchern. Es gibt einige vorgefertigte Layouts zur Auswahl, die auf bestimmte Anlässe wie Hochzeit, Geburtstag oder ähnliches ausgerichtet sind. Es besteht aber auch die Möglichkeit, ein eigenes Layout mit Text-, Foto- und “Block”-Elementen zu erstellen.
Ein aus meiner Sicht tolles Feature: Titelhelden erlaubt die gemeinsame Arbeit an einzelnen Magazinen. Der “Chefredakteur” kann weitere Redakteure einladen und ihnen Artikel zuordnen, man kann Bearbeitungsstände einsehen, Kommentare abgeben etc. Insgesamt ein recht professionelles und gut gelöstes Kollaborations-Tool.
Die Post übernimmt neben dem Druck selbstverständlich auch gerne den Versand der Zeitschriften ;) - allerdings ohne die Möglichkeit des Verkaufs. Man kann sogar jeweils (gegen Aufpreis) ein Anschreiben mitschicken, was Titelhelden nicht nur als Fotobuch-Alternative zur Dokumentation von Familienfesten o.ä., sondern auch als Tool für quick-and-dirty Corporate Publishing qualifiziert.
Die Kosten für den Spaß liegen allerdings relativ hoch: Ein Exemplar mit 12 Seiten in s/w kostet bei einer Auflage zwischen 101 und 200 noch 3,14 Euro zuzüglich Versand. Erstaunlicherweise bietet Titelhelden aber auch für ca. 18 Euro den Download eines druckfähigen PDF des im Flash-Editor erstellten Magazins an. Damit kann man sich also bei Bedarf auf die Suche nach einer anderen Druckerei machen. Alternativ kann man das Magazin dann auch bei Anbietern wie beispielsweise XinXii als E-Book vertreiben.
Wünschenswert wären bei den Titelhelden noch bessere Angaben zu Format, Druckqualität, Bindung etc. Ich konnte lediglich herausfinden, dass man zwischen s/w- und 4-Farb-Druck sowie zwischen 90g und 120g Papier auswählen kann. Und natürlich bleibt die Hoffnung, dass sich das Angebot irgendwann ähnlich MagCloud auch in Richtung Vertriebsplattform entwickelt.



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